Preisstatistik – Sinkende Heizölpreise; geopolitische Unsicherheit bleibt bestehen

02.11.2026


Das hin und her der Diplomatie-Versuche rund um den Nahen Osten und im Russland-Ukraine-Krieg setzt sich auch diese Woche weiter fort und hält die Kurse an den Ölbörsen entsprechend angespannt. Dabei kam es am Wochenende zu deutlichen Preisrückgängen, nachdem die USA Angriffe auf den Iran möglicherweise weiter verzögern will, die allgemeine Unsicherheit bleibt jedoch bestehen und zeigt sich in Form von teils deutlichen Schwankungen der Kurse an den Ölmärkten und beim Heizölpreis in Deutschland.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Aus Gesprächen mit dem US-Präsidenten sickerte am Wochenende durch, dass weitere Angriffe gegen den Iran vorerst zurückgehalten werden sollen, und stattdessen diplomatische Lösungen priorisiert werden sollen. Die Meldung sorgte am frühen Montag für deutliche Preisrückgänge bei Heizöl, weshalb Heizöl in der Bundesrepublik pro 100 Liter aktuell durchschnittlich -4,15 Euro weniger kostet als vergangenen Freitag und -5,41 Euro weniger als vor einer Woche. Verglichen mit Anfang Oktober ist der durchschnittliche Kaufpreis aktuell dennoch +3,40 Euro höher als vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisentwicklungen zeigen die Auswirkungen des seit Ende Februar laufenden Konflikt im Nahen Osten auf die Ölpreise deutlich an. Aufgrund der anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten und Kriegssorgen kostet Heizöl in Deutschland aktuell durchschnittlich +35,86 Euro mehr als noch vor drei Monaten. Verglichen mit den Vorjahreswerten zahlen Abnehmer aktuell durchschnittlich +72,90 Euro mehr als vor einem Jahr, und +75,80 Euro mehr als Anfang November 2024.


Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Ukraine setzt Angriffe auf russische Ölanlagen fort
Am Wochenende kam es zu einem „massiven Drohnenangriff“ auf Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo in Russland. Dabei wurde eine der größten Ölraffinerien des Landes beschädigt. Genaue Angaben zu den Schäden und möglichen Produktionsausfällen sind derzeit nicht bekannt.

– Risikolage im Nahen Osten bleibt erhöht
In der vergangenen Woche kam es weiterhin zu Angriffen auf Schiffe innerhalb der Straße von Hormus, bei denen wiederholt Frachter, unter anderem Öltanker, von Projektilen getroffen und teils beschädigt wurden. Die Lage bleibt angespannt , Öltransporte in der Region sind weiterhin von hohen Risikoaufschlägen betroffen.

Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– USA will Diplomatie mit Iran noch Zeit geben
Ursprünglich hieß es aus Kreisen des Weissen Haus, dass endgültige Entscheidungen und eventuelle Angriffe gegen den Iran nach den Midterms am 3. November wieder hochgefahren werden sollen. Aktuellen Meldungen zufolge will Trump jetzt jedoch etwas zurückhaltender bleiben und auf erneuerte diplomatische Pläne setzen. Details sind bislang unbekannt.

– Russlands Ölprodukt-Exporte nehmen nach Ende von US-Strafzöllen zu
Nachdem seitens der USA Mitte Oktober die Strafzölle gegen russisches Öl, dessen Produkte und den Import von ebenjenen Waren zeitweise abgestoppt wurde, stiegen die Exporte Russlands in der zweiten Oktoberhälfte deutlich an. Ob die Exporte inmitten anhaltender Angriffe der Ukraine so beibehalten werden können, ist derzeit unklar.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.11.2026