Internationale Energieagentur unterstreicht neue Freigaben – Heizöl günstiger

16.10.2026


Bei einem Treffen der Internationalen Energieagentur IEA am Donnerstag kündigten Vertreter der Organisation an, dass die Mitgliedsländer der Organisation so schnell wie möglich 100 Mio. Barrel Öl aus landeseigenen Reserven auf den Markt bringen wollen, darunter 20 Mio. Barrel Diesel, um so die Energiepreise weltweit etwas zu entlasten. In den Augen der USA sind diese Mengen jedoch unzureichend, die Partnerländer der IEA sollten ihre Freigaben nochmal erweitern. Die Rohölpreise stiegen gestern leicht an, Produkte wurden jedoch günstiger.

IEA meldet zeitnahe Freigaben von insgesamt 100 Mio. Barrel Öl- und Ölprodukten
Bereits vor knapp 2 Wochen wurde offiziell gemeldet, dass die Mitgliedsnationen der IEA noch 100 Mio. Barrel Erdöl und dessen Produkte aus den jeweiligen staatlichen Reserven freigeben wollen. Während damals noch die Rede davon war, dass in dieser Menge 50 Mio. Barrel Diesel beinhaltet sein sollen, scheinen die Vertreter der weltweit insgesamt 32 IEA-Mitgliedsländer sich nun darauf verständigt zu haben, stattdessen „mehr als 20 Mio. Barrel Diesel“ aus den eigenen, strategischen Reserven zeitnah für den Markt zur Verfügung zu stellen.

Bereits vergangenen März kündigten die IEA-Mitglieder an, dass man in der Gemeinschaft insgesamt 400 Mio. Barrel Öl für Raffinerien und Händler zur Verfügung stellen will, um die Auswirkungen des US-Iran-Israel-Konflikts auf die Ölpreise abzudämpfen. Davon wurden bisher rund 330 Mio. Barrel wirklich verteilt, sodass mit den neu bestätigten Mengen insgesamt 430 Mio. Barrel durch die Freigaben weitergegeben werden würden. Wann genau die neuen Mengen wirklich verteilt werden, ist noch unklar, es soll jedoch möglichst bald stattfinden.

USA unzufrieden mit den geplanten Freigaben
Auch die USA sind, als gleichzeitig größter Erdölproduzent der Welt, Mitglied der Internationalen Energieagentur und haben im Rahmen der Freigaben vom März Zusagen über knapp 172 Mio. Barrel Öl und Ölprodukte gegeben, von denen die letzten 40 Mio. Barrel Ende September ausgeschrieben wurden. Weitere Freigaben kündigte die USA bislang nicht an. Dennoch erklärten anonyme Vertreter des weltweit größten Ölproduzenten, dass die geplanten Freigaben von 100 Mio. Barrel nicht ausreichend seien und nochmal mindestens 100 Mio. zusätzlich ausgemacht werden müssten.

Zu möglichen, zusätzlichen Freigaben der USA gaben die anonymen Vertreter keine Aussage. Auch die direkten Sprecher der IEA oder der US-Energiebehörden gaben keine weiteren Informationen zu den Kommentaren der anonymisierten Sprecher oder zu Plänen der USA, die eigenen staatlichen Reserven zur Marktentlastung weiter zu öffnen. Ob die IEA weitere Freigaben über die mittlerweile insgesamt 430 Mio. Barrel Öl und Ölprodukt hinaus durchführen will, ist bislang nicht bekannt.

Ölproduktpreise sinken, Heizöl günstiger
Mit den Meldungen dazu, dass die Länder versuchen die Märkte mit neuen Öl- und Ölproduktfreigaben zu unterstützen, kam es im gestrigen Tagesverlauf und am frühen Freitagmorgen zu Preisrückgängen am Ölprodukt-Kontrakt. In direkter Folge wurde auch das Heizöl in der Bundesrepublik zum heutigen Tagesbeginn günstiger und wird derzeit mit Preisabschlägen von  -1,85 bis -2,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.