Geopolitische Risiken lassen Ölmarkt nicht los – Heizölpreis etwas teurer

10.02.2026


An den Ölbörsen hielt der preissenkende Faktor der ersten indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag im Oman stattgefunden hatten, nicht allzu lange an. Und das, obwohl sich beide Seiten am Wochenende positiv darüber geäußert hatten. Letztlich ließen die geopolitischen Risiken, die das Ölangebot beeinträchtigen könnten, die Marktteilnehmer auch zum Start der neuen Handelswoche nicht los.

Washington weitet Iran-Sanktionen aus
Kurz nachdem die Delegationen der USA und des Irans am Freitag im omanischen Maskat den Rahmen für die Gespräche über das iranische Atomprogramm absteckten, gab das US-Außenministerium neue Sanktionen bekannt. Diese betreffen 15 Unternehmen, zwei Einzelpersonen und 14 Tanker der iranischen Schattenflotte. „Diese Ziele [der Sanktionen; Anm. d. Red.] haben Einnahmen generiert, die das Regime zur Durchführung seiner bösartigen Aktivitäten nutzt,“ hieß es in der Pressemitteilung des US-Außenministeriums zur Begründung für die Sanktionen, mit denen es für die Islamische Republik noch schwerer werden dürfte, ihr Öl zu exportieren.

US-Verkehrsministerium gibt Warnung für Schiffe nahe Straße von Hormus heraus
Zusätzliche Sorgen über mögliche Angebotsausfälle ließ am gestrigen Montag auch die Warnung des US-Verkehrsministeriums für Schiffe, die unter amerikanischer Flagge nahe oder in der Straße von Hormus unterwegs sind. In der Warnung hieß es, die Schiffe sollten bei der Durchfahrt durch die Meerenge „so weit wie möglich von iranischem Gewässer entfernt bleiben, ohne dabei die Sicherheit der Schifffahrt zu gefährden.“

Die Straße von Hormus ist ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel, durch die täglich rund 21 Mio. Barrel Öl transportiert werden. Erst am vergangenen Dienstag war in der Meerenge ein US-Tanker von Booten der iranischen Revolutionsgarden bedrängt worden.

EU legt Entwurf für 20. Sanktionspaket gegen Russland vor
Unterdessen will die EU die Ölexporte Russlands noch stärker erschweren. Am gestrigen Montag legte die Kommission dazu den Entwurf für das 20. Sanktionspaket vor. Erstmals würden damit auch Häfen in Drittstaaten ins Visier genommen, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Außerdem will man statt der Preisobergrenze auf russische Ölexporte auf dem Seeweg verzichten und stattdessen zu einem vollständigen Verbot maritimer Dienstleistungen zurückkehren, da dies insgesamt einfacher zu verfolgen und durchzusetzen sei.

Inlandspreise etwas teurer
Die fortwährenden Unsicherheiten im Hinblick auf den Angebotsausblick am internationalen Ölmarkt verhindern an den Ölbörsen weiterhin nachhaltige Preisrückgänge. Heute Morgen spiegelt sich dies bei den Inlandspreisen in einem Anstieg wider. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Heizöl aktuell im bundesweiten Durchschnitt mit Aufschlägen in Höhe von +0,05 bis +0,45 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Montagvormittag rechnen.