Handelsstreit und Prognosen für 2020 bleiben marktbestimmend

09.10.2019


Der Handelsstreit zwischen den USA und China bleibt weiterhin ein wichtiges Thema an den Ölbörsen. Ab morgen soll es neue Gespräche geben, doch die Fronten zwischen den beiden Ländern sind verhärtet. Mit dem sinkenden Ölnachfragewachstum, welches für das nächste Jahr noch geringer erwartet wird als bisher angenommen, stehen die Ölpreise nach wie vor unter Druck.

 

Kein Tauwetter zwischen China und USA

Hatte die Meldung, dass die beiden Parteien Ende der Woche wieder in Verhandlungen treten wollen, gestern noch für einen kurzen Auftrieb gesorgt, so ist der Hoffnungsschimmer heute schon wieder dahin. Der Tonfall zwischen Washington und Peking hat sich deutlich abgekühlt.

 

Washington hatte 28 chinesische Regierungs- und Handelsorganisationen auf eine schwarze Liste gesetzt, um Exporte an sie zu beschränken. Als Grund hatte man Menschenrechtsverletzungen gegen muslimische Minderheiten in China angegeben. Dies wies die chinesische Regierung gestern empört zurück.

 

Eine zusätzliche Hürde stellt die Tatsache dar, dass Donald Trump und seine Regierung eine sofortige Komplettlösung wollen. Die Regierung in Peking visiert jedoch einen kleinen Deal an, auf dem dann sukzessive aufgebaut werden soll. Ob Trump sich auf ein solches Vorgehen einlässt, ist mehr als fraglich, ist er doch der Mann der „great Deals“.

 

Der Handelsstreit belastet nun schon seit fast zwei Jahren die Weltwirtschaft und bremst damit einhergehend auch das Ölnachfragewachstum. Jede Verschärfung des Streits sorgt an den Ölbörsen für weiteren Druck auf die Preise. Sollte es in den nächsten Tagen wider erwarten doch zu einer Annäherung zwischen den beiden Wirtschaftsriesen kommen, könnte das den Preisen Aufschub geben.

 

Ausblick

An den Ölbörsen scheint heute vorsichtiges Abwarten die Devise und so gibt es bis jetzt wenig Schwankungen bei den Ölpreisen. Da es gestern zu leichten Kursverlusten kam, können Verbraucher im Bundesgebiet heute mit leichten Abschlägen rechnen. 100 Liter Heizöl liegen etwa bei -0,30 bis -0,45 Euro im Vergleich zum Vortag.